Weinbars in Basel: wo es offene Flaschen und Naturwein gibt

Die interessantesten Flaschen werden selten glasweise ausgeschenkt. Das ist das Grundproblem jeder Weinbar: Wer eine seltene Flasche öffnet und nur zwei Gläser davon verkauft, verliert Geld.

Basel hat dafür eine Lösung gefunden, die anderswo selten ist. Und sie ist der Grund, warum sich der Weg in bestimmte Lokale lohnt.

Die Drei-Deziliter-Regel

Im Consum an der Rheingasse 19 stehen rund hundert Weine aus ganz Europa auf der Karte. Praktisch jede davon wird geöffnet, wenn man mindestens drei Deziliter daraus trinkt. Zwei grosse Gläser, und die Flasche geht auf.

Das verändert einen Abend. Statt zwischen sechs offenen Weinen zu wählen, wählt man aus hundert. Dazu Käse- und Fleischplättli, im Sommer sitzt man draussen in der engen Gasse.

Täglich ab siebzehn Uhr, sonntags ab fünfzehn, freitags und samstags bis ein Uhr.

Französisch und unkompliziert

Das Flore an der Klybeckstrasse 5 ist eine französische Weinbar ohne Getue. Grosse Auswahl an Natur- und Bioweinen, dazu Plättli. Öffnet schon morgens um neun, ist also tagsüber Café und abends Bar. Am Wochenende gibt es tagsüber manchmal Livemusik.

Sonntags geschlossen.

Wechselnde Auswahl statt grossem Keller

Das Invino an der Bäumleingasse 9 geht den umgekehrten Weg: kein riesiges Sortiment, sondern eine kleine Auswahl, die alle paar Wochen wechselt, oft mit Fokus auf eine Region. Dazu Brot mit Olivenöl, Käse und Charcuterie. Es gibt einen Garten.

Dienstag bis Samstag ab siebzehn Uhr, Sonntag und Montag zu.

In der Markthalle

Das vino e/y vino sitzt im Steinentorberg 20, mitten in der Markthalle. Schwerpunkt Spanien und Italien, ergänzt um Schweizer und französische Weine, dazu kleine Teller zum Teilen. Auch hier gilt: ab einer gewissen Menge wird die Flasche geöffnet.

Der Ort ist laut, das gehört zur Markthalle dazu. Dafür kann man nebenan essen, was man will, und mit dem Glas zurückkommen.

Dienstag bis Samstag, Sonntag und Montag zu.

Weinhandlung mit Bar

Chez Grisoni am Klosterberg 15 ist zuerst ein Weingeschäft und dann eine Bar. Man kann eine Flasche kaufen und mitnehmen oder sich hinsetzen und ein Plättli dazu bestellen. Etwas ausserhalb der Fussgängerströme, entsprechend ruhiger.

Nur Mittwoch bis Samstag offen. Das ist der kürzeste Woche in dieser Liste, entsprechend leicht zu verpassen.

Wenn es Essen dazu sein soll

Das Besenstiel am Klosterberg 2 ist eher Restaurant als Bar, französisch geprägt, mit ordentlicher Weinkarte. Die richtige Adresse, wenn der Abend mit einem Glas anfangen und mit einem Teller weitergehen soll.

Sonntag und Montag geschlossen.

Kurz zum Naturwein

Der Begriff ist nicht geschützt, und das führt zu Missverständnissen. Gemeint sind in der Regel Weine aus biologisch oder biodynamisch bewirtschafteten Reben, spontan vergoren, mit wenig oder gar keinem zugesetzten Schwefel und ohne Filtration.

Das Ergebnis schmeckt anders als konventioneller Wein: manchmal trüb, manchmal mit Noten, die man aus dem Supermarktregal nicht kennt. Nicht jede Flasche gefällt, und das ist Teil der Sache.

Basel hat davon vergleichsweise viel, unter anderem weil einzelne Lokale ihre Weine selbst importieren. Das La Fourchette an der Klybeckstrasse hat das fünf Jahre lang gemacht, bis 2025.

Ruhetage auf einen Blick

WeinbarAdresseGeschlossen
ConsumRheingasse 19
FloreKlybeckstrasse 5So
InvinoBäumleingasse 9So, Mo
vino e/y vinoSteinentorberg 20So, Mo
Chez GrisoniKlosterberg 15So, Mo, Di
BesenstielKlosterberg 2So, Mo

Das Consum ist die einzige Adresse in dieser Liste, die sieben Tage die Woche offen hat. Wer sonntags ein Glas Wein will, hat in Basel praktisch keine andere Wahl.

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Öffnungszeiten Stand Herbst 2026.