Essen und Trinken im Kleinbasel: die Adressen, die sich lohnen

Stellen Sie sich auf die Mittlere Brücke und schauen Sie nach Norden. Alles, was von dort an kommt, ist Kleinbasel. Und es sind eigentlich drei Quartiere, nicht eines.

Direkt am Wasser die Rheingasse, eng, laut und abends voll. Weiter hinten der Claraplatz mit der Clarastrasse, Einkaufen und Durchgangsverkehr. Und nördlich davon das Matthäusquartier mit der Klybeckstrasse, wo die interessanteren Lokale stehen und wo man am ehesten neben Leuten sitzt, die hier wohnen.

Wer im Kleinbasel essen geht, sollte wissen, in welchem der drei Teile er landet. Das ist der Unterschied zwischen einem Abend mit Rheinblick und einem Abend, an dem einem jemand erklärt, woher das Gemüse kommt.

Kaffee und der Anfang des Tages

An der Klybeckstrasse 69 steht das Café Frühling. Die Kaffeemacher rösten selbst, und das merkt man auch dann, wenn man sich für Röstprofile nicht interessiert. Sonntags offen, was im Kleinbasel keine Selbstverständlichkeit ist. Draussen ein paar Tische an der Strasse, drinnen wird es schnell eng.

Etwas näher an der Brücke, an der Riehentorstrasse 18, die Bäckerei KULT. Sitzplätze gibt es fast keine, drinnen ein Tischchen, draussen zwei. Man kauft und geht weiter. Das Sortiment wechselt, neben den Klassikern steht meistens etwas, das es letzte Woche noch nicht gab. Sonntags nur bis 14 Uhr.

Abendessen, wenn es etwas werden soll

Das LAUCH an der Klybeckstrasse 241 kocht vegetarisch und vegan, mittags ein Tellergericht, abends ein Menü über mehrere Gänge. Die Karte ist kurz und wechselt oft. Dazu regionale Naturweine. Es liegt am nördlichen Ende des Quartiers, ein gutes Stück von der Brücke entfernt, und hat einen Garten, was in Basel selten genug ist. Montag und Dienstag geschlossen, dafür sonntagabends offen.

Ein paar Hundert Meter weiter unten, an der Klybeckstrasse 122, das Shiro. Eritreische und äthiopische Küche, Mutter und Tochter, gegessen wird mit den Händen zu Injera, dem Fladenbrot aus Teffmehl. Der Ort hat Geschichte: bis April 2025 war hier das französische Bistro La Fourchette. Was daraus geworden ist, steht hier. Sonntag und Montag geschlossen.

Beide Lokale sind klein. Reservieren ist keine Empfehlung, sondern die Voraussetzung dafür, dass es klappt.

Wein am Abend

Das Consum an der Rheingasse 19 ist eine Weinbar und nichts anderes. Rund hundert Weine aus ganz Europa, und die praktische Regel des Hauses: Wer mindestens drei Deziliter aus einer Flasche trinkt, bekommt sie geöffnet, auch wenn sie sonst nur ganz verkauft würde. Dazu Käse- und Fleischplättli. Öffnet erst am Nachmittag, freitags und samstags bis ein Uhr nachts.

Im Sommer sitzt man draussen in der Gasse. Das ist eng, und genau das macht den Abend.

Am Rhein sitzen

Das Zum Schmale Wurf an der Rheingasse 10 ist die Adresse für den Fall, dass jemand zu Besuch ist und den Fluss sehen will. Italienisch geprägte Küche, Terrasse gegen den Rhein, sieben Tage die Woche offen von elf bis zweiundzwanzig Uhr.

Ehrlich gesagt: Man geht dorthin wegen der Lage. Das ist ein legitimer Grund, man sollte es nur wissen.

Wenn sich die Gruppe nicht einigen kann

Das Klara an der Clarastrasse 13 ist eine Markthalle mit mehreren Küchen unter einem Dach. Jeder holt sich, was er will, gesessen wird gemeinsam an langen Tischen. Täglich offen bis Mitternacht, sonntags bis 23 Uhr.

Für einen ruhigen Abend zu zweit ist es der falsche Ort. Für sechs Leute mit vier Meinungen der richtige.

Grösser und deutlich formeller: die Brasserie im Volkshaus an der Rebgasse 12-14, französisch geprägt, mit Hof. Achtung am Sonntag, da ist nur morgens offen.

Ruhetage auf einen Blick

LokalGeschlossenSonntag
Café Frühlingoffen
Bäckerei KULTbis 14 Uhr
Klaraoffen
Zum Schmale Wurfoffen
Consumab 15 Uhr
Volkshausnur morgens
LAUCHMo, Dinur abends
ShiroSo, Mogeschlossen

Der Montag ist im Kleinbasel der schwierige Tag, nicht der Sonntag. Wer montags abends warm essen will, landet an der Rheingasse oder im Klara.

Zwei Dinge, die man vorher wissen sollte

Reservieren. Die kleinen Lokale im Matthäusquartier haben zwanzig bis dreissig Plätze. Freitag und Samstag ohne Tisch vorbeizugehen funktioniert selten.

Öffnungszeiten ändern sich. Betriebsferien, Umbauten, neue Ruhetage. Die Angaben hier sind vom Herbst 2026. Ein Blick auf die Website des Lokals vor dem Losgehen kostet zehn Sekunden.

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